Frühjahrskur, Blutreinigung, Entgiftung: Löwenzahn, alte Heilpflanze hilft
Überall sieht man jetzt seine prächtig gelben Blüten: Auf Wiesen, an Waldrändern und an anderen, eher nährstoffreichen Standorten erfreut der Löwenzahn auch unser Auge. Was wir als große Blüte wahrnehmen, ist allerdings eine Sammelblüte, sie ist aus vielen Einzelblüten zusammengesetzt – der Löwenzahn zählt zu den "Compositen", den Korbblütlern. Übrigens heißt er so wegen seiner gezackten Blätter, die an Raubtierzähne erinnern.
Im Garten kann er sich so durchsetzen, dass manche Menschen ihn eher als lästiges "Unkraut" einstufen – aber sie wissen vielleicht nicht, dass der Löwenzahn von altersher als wertvolles Heilkraut genutzt wurde. Blätter und Blüten wurden "immer schon" im Frühjahr geschnitten, sofort ausgepresst (Presssaft) oder getrocknet. Die Wurzel wurde im Herbst ausgegraben und getrocknet.
Die Pflanze enthält, teilweise beschränkt auf Wurzel und Milchsaft des Stängels, den Bitterstoff Taraxacin, Inulin, Cholin, Gerbstoffe, Harz, Kautschuk, ätherische Ã-le, Vitamine und Mineralstoffe.
In der Volksheilkunde diente der Löwenzahn der "Blutreinigung" – ein Begriff, der heute in der Medizin als altmodisch gilt; er bezeichnet aber ganz anschaulich die entschlackende, entgiftende, entwässernde Gesamtwirkung, die man heute oft auch als "Frühjahrskur" zu empfehlen pflegt.
Man kannte seine positive Wirkung bei Rheuma, Gicht und Steinleiden.
"Löwenzahn wirkt harntreibend, abführend, anregend auf die Sekretion von bauchspeicheldrüse, Leber, Galle und Darm, appetitanregend und krampflösend" – so fasst es sehr schön der Text zusammen, auf den ich unten per Link verweise.
In dem Phytotherapie-Fachbuch von Josef Karl (nicht mehr im Handel) heißt es außerdem "Adjuvans bei Diabetes mellitus" – eine unterstützende Wirkung also bei Zuckerkranken.
In der jetzigen Jahreszeit empfiehlt sich besonders ein Salat aus den jungen Blättern – ein paar gut gewaschene Blütenköpfe dürfen dabei sein und bieten Gästen auch etwas fürs Auge … Aus den Blüten kann man außerdem Honig bereiten.
Weitere Infos finden Sie in "Natur & Gesundheit" und bei VNR – von wo die Anregung zu diesem Artikel und das Zitat stammen.
Bild: Helge Mücke, Hannover (also ein eigenes Foto, da ich mir endlich eine Digitalkamera angeschafft habe …)